- lab.info -
Faq & Support | Sitemap
Allgemeines
Biologische Einflüsse
Technische Einflüsse
Blut
Harn
Liquor
Fruchtwasser
Stuhl
Abstrich
Ausstrich
Sputum
weitere ...
Biologische Einflüsse

Allgemeine Kriterien wie Rasse, Geschlecht und Alter können analytische Messgrößen teilweise stark beeinflussen.
Rasse

Der Einfluss der Rasse zeigt sich zB an niedrigeren Leukozytenwerten von schwarzen Amerikaneren gegenüber der weißen Population, die durch eine höhere Granulozytenpopulation bei Weißen bedingt ist. Weiter Beispiele sind Unterschiede in der CPK- und Amylase-Aktivität, bei Lp(a) oder Vitamin B12.

Geschlecht

Geschlechtsspezifische Merkmale sind bei Laboranalysen und deren korrekter Interpretation von entscheidender Bedeutung. So bestehen zB wegen der unterschiedlich hohen Muskelmasse signifikante Unterschiede bei CPK oder Creatinin.

Alter

Auch bei klinisch Gesunden sollte das „biologische Alter" bei der Interpretation von Laborbefunden berücksichtigt werden. Die Angabe des Geburtsdatums des Patienten sollte daher bei jeder Laboranforderung obligatorisch sein.

Hier finden Sie eine Tabelle welche keine direkten Bezugswerte, sondern nur relative Veränderungen zusammen mit der Angabe abfallende oder ansteigender Tendenzen enthält. Die Mittelwerte der verschiedenen Altersgruppen sind auf die Werte der männlichen Altersgruppen von 30 Jahren bezogen (diese Gruppe erhielt den Wert 1.0).

Ernährung

Bestimmte Ernährungsgewohnheiten und Diäten (zB Vegetarier oder Fasten) können Laborwerte stark beeinflussen. Generell ist vor der Blutabnahme eine Nahrungskarenz von ca. 12 Stunden und eine Alkoholkarenz von ca. 24 Stunden einzuhalten.
Die Einhaltung der 12-stündigen Nahrungskarenz ist wichtig bei:
APH (sowie deren Isoenzyme), GPT (ALT)), Bilirubin Calcium, Katecholamine, Cholesterin, Cortisol, Eisen, Eiweiß, Fettsäuren, freie Folsäure, Gastrin, Glucose (^), Harnsäure, Harnstoff, HDL-Cholesterin, Hydroxyprolin, Insulin, Kalium, Kupfer, Leukozytenzählung, Leukozytendifferenzierung, Lipid-Elektrophorese, Lipoprotein X, Magnesium, Natrium, Parathormon, Phosphat, Somatotropin, Triglyceride (^) und Zink.
Veränderung der Serumkonzentration nach einer 700 kcal Standarddiät
Die Einhaltung einer Alkoholkarenz ist zB wichtig zur Vermeidung von:
erhöhten Enzymaktivitäten (GOT [ASAT], GPT [ALT], GLDH) im Serum/Plasma, Hypoglykämien bei Diabetikern und Erniedrigung diverser Parameter wie Eisen, Magnesium, Zink und _-Globuline.
Akute und chronische Effekte bei klin.-chem. Parametern durch Alkohol
Für einige Untersuchungen müssen besondere Diätvorschriften über mehreren Tage eingehalten werden (zB für Hydroxyprolin oder Serotonin).
Zusammensetzung ausgewählter Nahrungsmittel
Bei Gerinnungsuntersuchungen ist eine Nahrungskarenz nicht erforderlich. Vor morgendlichen Blutabnahmen ist ein leichtes Frühstück gestattet (reduzierter Fettgehalt zur Vermeidung von Plasmatrübungen).

Medikamente

Medikamente oder deren Metabolite können die Analytik direkt stören (optische Interferenzen) bzw. durch ihre Bindung an Transportproteine, ihren Katabolismus oder durch ihre intestinale Resorption auch indirekt beeinflussen. So bewirken zB orale Kontrazeptiva eine Erhöhung (^) der folgenden Messgrößen: Alkalische Phosphatase, Bilirubin, Cholesterin, Coeruloplasmin, Eisen, GGT, Leukozyten, Thyroxin, Transferrin, Triglyceride und T3.
Besteht der Verdacht oder ist bekannt, dass ein Analysenergebnis durch bestimmte Medikamente beeinflusst werden kann, sollten diese nach Möglichkeit für einige Tage vor der Blutabnahme abgesetzt werden (Ausnahme: vitale Indikation).

Zeitpunkt

Tagesrhythmik
Viele Messgrößen sind beträchtlichen tagesrhythmischen (cirkadianen) Schwankungen unterworfen (s.Tabelle). Daher sollten Blutabnahmen morgens zwischen 07.00 und 09.00 Uhr und nach einer Nahrungskarenz von ca. 12 Stunden vorgenommen werden. Der Zeitpunkt der Abnahme sollte am Laboranforderungsschein vermerkt werden.
Blutabnahmen im Rahmen der Nachmittagssprechstunden sind nicht zu empfehlen, da die meisten Referenzbereiche (Normalwerte) für morgendliches Untersuchungsmaterial ermittelt wurden (Fehlinterpretationen sind die Folge). Ebenso können diagostische oder therapeutische Maßnahmen zu einer Veränderung der Analytkonzentration führen (zB Erhöhung der Katecholamine im Serum durch den Stress der Venenpunktion oder Anstieg des PSA durch Palpation der Prostata).
Ausnahmen:

zB Notfälle, arbeitsmed. Untersuchungen oder Medikamentenspiegel-bestimmungen (therapeutisches Drug Monitoring).

Eine Probe zum falschen Zeitpunkt abgenommen könnte schlechter sein als keine Probe!
Medikamente

Probennahmen sollten entsprechend der klinischen Fragestellung entweder zum Zeitpunkt der maximalen Serumkonzentration oder im Talspiegel, d. h. vor der nächsten Applikation vorgenommen werden. Es ist weiters zu beachten, dass die Blutabnahmen im Fließgleichgewicht (steady-state) erfolgt, d. h. nach ca. 4 bis 5 Halbwertszeiten des Medikaments.
Substanz Dauer bis zum steady-state
Carbamazepin 2 bis 6 Tage
Digoxin 5 bis 7 Tage
Digitaoxin 30 Tage
Ethosuximid 7 bis 14 Tage
Gentamicin 2,5 bis 15 h < 30 Jahre
7,5 bis 75 h > 30 Jahre
Phenobarbital 10 bis 25 Tage
Phenytoin 8 bis 50 Tage
Primidon 2 Tage
Theophyllin 2 Tage
Valproinsäure 2 bis 3 Tage
Ausnahme: Verdacht auf Überdosierung oder Intoxikation.

Körperliche Belastung

Um den Einfluss körperlicher Belastung zu minimieren, sollten alle Patienten mindestens 10 Minuten vor der Gewinnung des Untersuchungsmaterials in Ruhestellung (sitzend oder liegend) verbleiben.
Physiologische Ursachen für die Veränderungen sind:
  • Hämokonzentration (Bluteindickung durch Verminderung des Plasmawassers) und Hypoxie
  • gesteigerte Hormonausschüttung bei Stress und Angst (zB Renin, Catecholamine, Cortisol, HGH)
Veränderungen können zB bei folgenden Analyten auftreten:
  • Erhöhungen (+)
    Aceton, Acetonkörper, Albumin, Calcium, Cortisol, Creatinin, Creatinin-Clearance, CPK, Eiweiß im Serum, Eiweiß im Harn, Erythrozyten, Gerinnungsfaktoren, GOT (ASAT), GPT (ALT), Hämoglobin, Harnsäure, Harnstoff, HBDH, Kalium, Katecholamine, Lactat, LDH, Leukozyten, Myoglobin, Natrium oder Somatotropin
  • Erniedrigungen (-)
    Glucose

Körperlage

In Abhängigkeit von der Körperlage kommt es zu einem beträchtlichen Zu- und Abfluss von Flüssigkeit aus dem intra-vasalen Raum in das Interstitium. Konzentrationsschwankungen der Proteine, eiweißgebundenen Hormone, der Blutfette und der zellulären Bestandteile sind die Folge.
Blut sollte daher immer in der gleichen Körperlage des Patienten (sitzend oder liegend) abgenommen werden.

Lebensgewohnheiten

Rauchen
Veränderungen bei Rauchern gegenüber Nichtrauchern in %
Wenn die Streuung der Konzentrationen von den Rauchgewohn-heiten der Kontrollgruppe abhängt, sollten diese bei der Anamnese mit erfasst werden.
Bei Angabe des Referenzbereiches sollte dieser Faktor ebenfalls mit angegeben werden, zB:
CEA: Nichtraucher: bis 5,0 µg/l
Starker Raucher: Werte bis 10 µg/l möglich
Leukozyten: Normal: 4.000 bis 10.000/µl
Raucher: bis 12.000/µl
starke Raucher: 15.000/µl

weitere ...