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Abnahmesysteme

Man unterscheidet prinzipiell zwischen Abnahmesystemen mit und ohne Vakuum. Beide Systemarten sind „geschlossene Systeme", die das Risioko einer möglichen Kontamination minimieren.

Vakuumsysteme

Blutentnahmesystem mit Vakuum bestehen aus einem Röhrchen, einer Kanüle und einem Röhrchenhalter. Zusammen ist es dieses System zur einmaligen Verwendung für die venöse Blutentnahme geeignet. Die Röhrchen sind für die Entnahme, den Transport und als Primärröhrchen für die Analyse von Serum, Plasma oder Vollblut konzipiert.

Das vordosierte Vakuum der innen sterilisierten Röhrchen gewährleistet ein einheitliches Füllvolumen und Mischungsverhältnis, sowie einen konstanten Sog. Sie sind mit farbcodierten Verschlusskappen ausgestattet und enthalten chemische Zusätze in fester oder flüssiger Form, die die Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten genau festlegen. Die Merkmale der Röhrchen entsprechen häufig den Anforderungen und Empfehlungen der internationalen Norm ISO 6710 „Gefäße zur einmaligen Verwendung für die venöse Blutentnahme". Die Wahl des korrekten Röhrchens hängt vom beabsichtigten Verwendungsweck und von der Analysenmethode ab.
über den Farbcode von Vakuumsystemen (gemäß ISO 6710)

Farbe
(nach ISO 6710)
Zusätze
Bezeichnung
Verwendung
Rot
keine
Serum-Röhrchen
Klinische Chemie und Kreuzprobe
Indir. Coombstest und Antikörper Diff.
Lila
K2 oder K3-EDTA
EDTA-Röhrchen
Hämatologie und Zellzahlen
HbA1c, Cyclosporin A, Pb, Hg
Hellblau
Na-Citrat
Citrat-Röhrchen
Gerinnung, Blutgruppe und Rhesusfaktor,
Direkter Coombstest
Grün
Li-Heparin
Heparin-Röhrchen
Klinische Chemie
Grau
Na-Fluorid
Fluorid-Röhrchen
Glucose, Laktat
Dunkelblau
keine
Spurenelement-Röhrchen
Cu, Zn
Schwarz
Na-Citrat
Blutsenkungs-Röhrchen
Blutsenkung

Serum-Röhrchen
Die Innenwand weist meist eine spezielle Beschichtung zur Aktivierung des Gerinnungsvorganges auf. Die Röhrchen sind in drei Ausführungen erhältlich:
-
Serum-Röhrchen ohne Gel
-
Serum-Röhrchen mit Trenngel
Das spez. Gewicht des Gels liegt zwischen dem des Blutkuchens und dem des Serums. Bei der Zentrifugation wandert dieses Gel zwischen Serum und Blutkuchen und bildet hier eine stabile Barriere. Dadurch bleiben bestimmte Parameter im Primärröhrchen unter Beachtung der empfohlenen Lagerungsbedingungen bis zu 48 Std. stabil.
Nach erfolgter Zentrifugation und vor der Versendung per Post oder den Transport über pneumatische Fördereinrichtungen sollen Röhrchen mit Trenngel ca. 1 Stunde aufrecht stehend bei Raumtemperatur gelagert werden, um das Risiko einer Beeinträchtigung der gebildeten Gelbarriere durch Erschütterungen zu minimieren.
Röhrchen mit Trenngel weisen besondere Merkmale auf:
-
hohe Serumausbeute und verbesserte Serumqualität
-
keine Beeinflussung durch zellulären Stoffwechsel (zwischen Serum und Blutkuchen)
-
keine Nachgerinnung
-
vereinfachter Serumtransfer
Fehlerquellen

Einige Medikamente können aufgrund ihrer chemischen Struktur vom Trenngel absorbiert werden, was zu falsch niedrigen Konzentrationen des zu bestimmenden Medikaments führt. Dabei ist die Verweildauer der Probe auf dem Gel von entscheidender Bedeutung.

Für die Bestimmung folgender Medikamente ist die Verwendung eines Gelröhrchens nicht zu empfehlen: Carbamazepin, Phenobarbital, Chinidin, Phenytoin, Lidocain und Trizyklische Antidepressiva (zB Imipramin, Clomipramin oder Dibenzepin)

Saure und neutrale Medikamente können mit einem Gelröhrchen untersucht werden, sofern die Tests innerhalb von zwei Stunden nach der Blutentnahme durchgeführt werden. Hierzu gehören: Coffein, Primidon, Procainamid, Theophyllin, Tobramycin, Ethosuximid, Acetaminophen, Amikacin, Methotrexat oder Salicylate.
Hinweise zur korrekten Verwendung
-
Serum für Medikamentenbestimmungen sofort vom Gel trennen
-
Keine Winkelrotor-Zentrifugen verwenden
-
Zentrifugalbeschleunigung von ca. 2000 x g einhalten (abhängig vom Radius des Rotors [= Distanz zwischen Rotorachse und Röhrchenboden])
-
Wiederholtes Zentrifugieren vermeiden

Herstellerbedingte Unterschiede sind unbedingt zubeachten!
-
Serum-Röhrchen mit Granulat
Das spez. Gewicht der Kügelchen aus Polystyrol (Granulat) liegt zwischen dem des Blutkuchens und dem des Serums. Bei der Zentrifugation bildet das Granulat eine durchlässige Trennschicht zwischen Serum und Blutkuchen.

EDTA-Röhrchen
Die Röhrcheninnenwand ist mit K2-EDTA oder K3-EDTA (EDTA = Ethylendiamintetraessigsäure) beschichtet oder enthält eine wässrige Lösung dieses Antikoagulans. EDTA komplexiert Ca2+ Ionen und blockiert so die Gerinnungskaskade.

EDTA-Röhrchen werden meist zur Bestimmung von Blutbildern verwendet, da Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten in einer mit EDTA antikoagulierten Blutprobe bis zu 24 Stunden stabil sind. EDTA Röhrchen eignen sich auch für Untersuchungen aus Vollblut (zB Medikamente wie Cyclosprin A, Tacrolimus oder HbA1c). Ein Blutausstrich sollte innerhalb von 3 Stunden nach der Blutabnahme gemacht werden.
Hinweise zur korrekten Verwendung
-
EDTA-Röhrchen, die Gerinnsel aufweisen, nicht verwenden.
-
Auf rasche und sorgfältige Durchmischung von Blut und Antikoagulans achten.
Anmerkung: Das Mischen sollte nicht durch Schütteln (Zerstörung der Blutzellen), sondern vorsichtiges Schwenken bzw. Drehen der Röhrchen erfolgen.
-
Unterfüllung des Probengefäßes vermindert die Stabilität und den Hämatokrit.
Stabilität für hämatologische Untersuchungen

Temperatur: 20° – 25°C: Stabilität des kleinen Blutbildes für 24 h gewährleistet.
4° - 8°C: Stabilität des kleinen Blutbildes bis zu sieben Tage gewährleistet.

Zeit: Die Differenzierung mit einem Analyzer erfordert Proben, die meist nicht älter als 8 h sind.

Citrat-Röhrchen
Citrat-Röhrchen beinhalten eine flüssige, gepufferte Trinatriumcitratlösung (0.109 mol/l (3.2 %) oder 0.129 mol/l (3.8 %)) und gewährleisten so ein für Gerinnungsanalysen erforderliches, konstantes Mischverhältnis von 1:9 (1 Teil Citratlösung zu 9 Teilen Blut).
Hinweise zur korrekten Verwendung
-
Das Mischungsverhältnis von 1 Teil Natriumcitrat und 9 Teile Venenblut ist exakt einzuhalten. Änderungen im Volumenverhältnis führen zu falschen Resultaten, zB
-
Mischungsverhältnis Quick (%) aPTT (s)
1 + 9 100 38
1 + 8 98 39
1 + 7 94 41
1 + 6 89 44
-
Bei Blutentnahme mittels „Butterfly" ist das Totvolumen des Schlauches zu berücksichtigen (ca. 0,3 ml), falls nur Citratblut abgenommen wird.
Die Durchmischung des gewonnen Blutes mit der Na-Citratlösung ist durch mehrfaches Kippen und Schwenken der Röhrchen (nicht schütteln!) sofort nach der Entnahme durchzuführen. Bei nicht sofortiger Durchmischung, kann es durch mangelnden Kontakt mit dem Antikoagulans zur Teilgerinnung und damit zu falsch niedrigen Werten kommen.
-
Reihenfolge der Befüllung von Röhrchen beachten: Citrat-Röhrchen nicht als erstes Röhrchen abnehmen. Läßt sich dies nicht umgehen, die ersten austretenden Blutstropfen (vor allem bei schlechten Venenverhältnissen) verwerfen.
-
Venenstauung maximal 1 Minute: Zu lange venöse Stauung verursacht lokale Fibrinolyse.
-
Großlumige Kanüle verwenden.
Unsachgemäße Venenpunktion aktiviert Gewebsthrombokinase.
-
Hämolyse vermeiden: Bei hämolytischen Plasmen werden auch gerinnungsaktive Anteile der Erythrozyten gemessen.
-
Blasen und Schaumbildung beim Aspirieren vermeiden.
Stabilität für hämostasiologisch Untersuchungen

Heparin-Röhrchen
Heparin-Röhrchen sind innen mit Lithium Heparin, Ammonium Heparin oder Natrium Heparin beschichtet. Diese Zusätze sind Antikoagulazien, welche durch Aktivierung von Antithrombinen die Gerinnungskaskade blockieren, und damit die Gerinnung der Blutprobe verhindern. Dadurch erhält man anstelle von Blutkuchen und Serum eine Vollblut- oder Plasma-Probe.
Nach erfolgter Zentrifugation und vor der Versendung per Post oder den Transport über pneumatische Fördereinrichtungen sollen Röhrchen mit Trenngel ca. 1 Stunde aufrecht stehend bei Raumtemperatur gelagert werden, um das Risiko einer Beeinträchtigung der gebildeten Gelbarriere durch Erschütterungen zu minimieren.
Heparin-Röhrchen eignen sich nicht für die Bestimmung von Medikamenten, Natrium, Lithium, Ammonium oder für den Einsatz in Blutbanken.

Fluorid-Röhrchen
Fluorid-Röhrchen sind geeignet für die Bestimmung von Glukose und Lactat. Sie sind mit verschiedenen Zusätzen verfügbar und beinhalten ein Antikoagulanz und einen Stabilisator:
- EDTA und Natrium Fluorid
- Kalium Oxalat und Natrium Fluorid
-
Natrium Heparin und Natrium Fluorid

Spurenelement-Röhrchen
Spurenelement-Röhrchen sind speziell geeignet für die Untersuchung der meisten Spurenelemente wie z.B. Cu, Zn, Pb, usw., da ihre Gummistopfen einen besonders niedrigen Gehalt der genannten Metalle aufweisen.

Blutsenkungs-Röhrchen
Blutsenkungs-Röhrchen enthalten eine 3,8%ige (0.129 mol/l) gepufferte, wässrige Trinatriumcitratlösung. Das Mischverhältnis ist 1:4 (1 Teil Citratlösung zu 4 Teilen Blut).

Allgemeine Bedienungs- und Sicherheitshinweise

Die Handhabung von biologischen Proben und Zubehör für die Blutentnahme (zB Lanzetten, Kanülen, Luer-Adaptoren und Blutentnahme-Sets) hat unter Beachtung und Einhaltung der jeweils gültigen Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen zu erfolgen.

HBV, HCV, HIV und andere infektiöse Krankheiten können durch Kontakt mit biologischen Proben übertragen werden. Im Falle einer Exposition mit biologischen Proben und einem daraus folgenden Infektionsrisiko wird die sofortige medizinische Versorgung empfohlen.

Für die Entsorgung von Blutentnahmesystemkomponenten sind die dafür vorgesehenen Entsorgungsboxen zu verwenden.

Es ist nicht vorgesehen, Blutproben von einer Spritze in evakuierte Blutentnahmeröhrchen zu transferieren. Zusätzliches Hantieren mit Nadeln erhöht das Risiko einer Nadelstichverletzung. Es besteht außerdem die Gefahr, dass beim Hineindrücken des Kolbens der Spritze ein Überdruck im Röhrchen generiert wird, der zu einem ungewollten Öffnen der Kappe führen kann. Infektionsgefahr! Das Befüllen von evakuierten Blutentnahmeröhrchen mittels Spritzen kann zu falschen Analysenresultaten führen (zB wegen Hämolyse).

Wird die Blutprobe über einen Katheder entnommen, ist sicherzustellen, dass das Blut nicht durch eine vom Katheder stammende Chemikalie kontaminiert wird (z.B. Heparin).

Die meisten flüssigen Additive sind farb- und geruchlos. Röhrchen, bei denen sich die Farbe des Zusatzes verändert hat, sind von der Verwendung auszuschließen.

Röhrchen mit überschrittenem Ablaufdatum dürfen nicht verwendet werden.

Lagerung

Die empfohlene Lagertemperatur beträgt: 4–25°C. Die Überschreitung der empfohlenen Lagertemperatur kann die Qualität der Röhrchen durch Vakuumverlust, Austrocknen von flüssigen Additiven oder Verfärbungen beeinträchtigen

Vermeiden sie die Einwirkung von direktem Sonnenlicht.

Abnahmetechnik

Die Verwendung von Venenblut ist besser als die Verwendung von Kapillarblut, da die kapillare Probennahme mit mehr Fehlerquellen behaftet ist (zB Beimengung von Gewebsflüssigkeit oder je nach Entnahmestelle ungleiche Durchblutung).

Ausnahme: Glucose postprandial und OGGT (cave: die Glucosekonzentration ist im Kapillarblut höher als im Venenblut!).
Exemplarische Unterschiede zwischen Kapillar- und Venenblut für einzelne Analyte:
Venöse Blutabnahme
Allgemeine Kriterien

-
Die Auswahl der Venen sollte nach deren Größe erfolgen, da die Punktion kleinerer Venen eher zum Kollaps führt.
-
Bei der vena cephalica und der vena basilica ist der Blutfluß geringer und sie neigen eher zum Rollen und Platzen.
-
Vernarbte Stellen sollten gemeiden werden.
-
Venenblutabnahme bei Kindern unter zwei Jahren sollte nur dann erfolgen, wenn die Gewinnung von Kapillarblut nicht möglich ist.

Obwohl eine venöse Blutabnahme unter standardisierten Bedingungen oft nur schwer zu realisieren ist, sollte man sich aber der Beeinflussung von Laborwerten bei starken Abweichungen von diesem Standard bewusst sein.

Verfahren zur venösen Blutabnahme


Verfahren zur venösen Blutabnahme
1. Blutabnahme morgens (zB zwischen 07:00 und 09:00 Uhr).
2. Letzte Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme am Vorabend (zB vor 20 Uhr).
1. Medikamentenfreies Intervall (vor der nächsten Einnahme).
2. Keine extremen körperlichen Aktivitäten in den letzten drei Tagen.
3. Keine Alkoholexzesse innerhalb mehrerer Tage vor der Blutabnahme
4. Patient liegt oder sitzt vor der Abnahme ca. 10 min.
5. Den Patienten identifizieren und die Daten mit den begleitenden Dokumenten vergleichen.
6. Handschuhe anziehen oder Händedesinfektion der punktierenden Person.
7. Geeignete Punktionsstelle suchen (zB Armbeuge, Handrücken oder Fußrücken)
8. Die Staubinde proximal eine Handbreite von der Punktionsstelle anlegen. Der Druck der Stauung sollte maximal dem diastolischen Blutdruck entsprechen.
9. Die Vene abtasten und die Punktionsstelle desinfizieren (Einwirkzeit beachten).
10. Nicht oberhalb einer Infusionsstelle Blut entnehmen.
11. Abnahmen aus Kathetern möglichst vermeiden, mindestens mit 0.9 %-iger Kochsalzlösung spülen und die ersten 5 ml Blut verwerfen.
12. Faust nicht wiederholt schließen und öffnen.
13. Stauung maximal 1 Minute und sofort lösen, sobald Blut fließt 1). Bei Wiederholung der Abnahme, ist der andere Arm oder Fuß zu bevorzugen.
14. Reihenfolge der Röhrchen 2)
1. Blutkultur
2. Serum-Röhrchen (rot)
3. Citrat-Röhrchen (blau, schwarz) 3)
4. Heparin-Röhrchen (grün)
5. EDTA-Blut (violett)
6. Fluoridblut (grau)
11. Auf vollständige Füllung der Röhrchen achten (zB bis zur jeweiligen Markierung) 4) .
12. Röhrchen mit Additiven (EDTA, Citrat, Fluorid) sofort leicht schwenken, nicht schütteln.
13. Kanüle ohne Anpressdruck zurückziehen, sterilen Tupfer auf die Einstichstelle pressen.
15. Zur Stillung der Blutung, den Arm nicht abwinkeln, sondern nach oben halten.
16. Kanüle in Sicherheitsbehälter entsorgen.
17. KANÜLEN NICHT WIEDERVERSCHLIEßEN! Es besteht das Risiko einer Nadelstichverletzung. Infektionsgefahr!

Anmerkungen
1) Der Einfluß einer Stauung bei der Blutentnahme bewirkt im Regelfall nach 2 bis 3 Minuten eine Konzentrationserhöhung von Proteinen (Polyglobulie), proteingebundenen und korpuskulären Bestandteilen wegen der Hämokonzentration durch Verminderung des Plasmawassers. Das Ausmaß der Konzentrationserhöhung ist von der Dauer der Stauung und der Höhe des Staudrucks abhängig und übersteigt bei einer Stauzeit von 1 Min. im Regelfall 5 % des Ausgangswertes nicht.

Parameter Veränderungen (%) (3 min vs 1 min) Parameter Veränderungen (%) (3 min vs 1 min)
Bilirubin + 8 GGT - 10
Eisen + 7 Creatinin - 9
Cholesterin + 5 Glucose - 9
Gesamteiweiß + 5 Leukozyten - 8
Calcium + 3 Phosphat - 7


Kalium - 5

Bei Gerinnungsuntersuchungen und Stauzeiten länger als 3 min, kommt es durch lokale Hyperfibrinolyse zu Störungen.
2) Farbkennzeichnung gemäß ISO 6710; Reihenfolge gemäß NCCLS.
3) Citrat-Röhrchen sollten nicht als erste Röhrchen abgenommen werden, da immer etwas Gewebsflüssigkeit und damit Gewebsthromboplastin ins erste Röhrchen gelangt. Um Verschleppungen zu vermeiden, sind Röhrchen mit Additiven immer nach Röhrchen ohne Additive abzunehmen.
4) Wenn es zu keinem Blutfluss kommt, oder wenn der Blutfluss vor der korrekten Befüllung stoppt, werden folgende Schritte für eine erfolgreiche Blutentnahme empfohlen:
a) Drücken sie das Röhrchen nochmals in den Halter bis die Kanüle den Gummiteil der Kappe durchdringt. Halten sie das Röhrchen mit Hilfe des Daumens in Position, bis es vollständig befüllt ist.
b) Überprüfen Sie die korrekte Position der Kanüle in der Vene.
c) Setzt kein Blutfluss ein, entfernen Sie das Röhrchen und setzen Sie ein neues Röhrchen in den Halter ein.
d) Falls diese Maßnahmen nicht erfolgreich sind, entfernen und entsorgen Sie die Kanüle. Wiederholen Sie den Vorgang der Blutentnahme.

Kapilläre Blutabnahme
Allgemeine Kriterien
-
Kinder und Erwachsene: Seitenflächen (nicht die Kuppen!) der ersten Fingerglieder oder die Ohrläppchen.
Die Punktion erfolgt an der Seite des Fingerendgliedes ca. 3 mm vom Nagelbett entfernt, denn dort verstärkt sich die Vaskularisation und die Haut ist nicht so schmerzempfindlich wie an der Unterseite der Fingerbeere oder an der Fingerspitze.
-
Säuglinge: Ferse.
Verfahren zur kapillären Blutabnahme


Verfahren zur kapillären Blutabnahme
1. Vor der Blutentnahme die Hände gründlich mit warmem Wasser und Seife waschen.
2. Desinfektionsmittel verdunsten (trocknen) lassen, nicht abwischen.
3. Einstichtiefe je nach Hautbeschaffenheit: 0,7 bis 3,2 mm.
4. Einstichhilfen, zB Softclix Pro, verwenden.
5. Den ersten austretenden Blutstropfen wegwischen.
Achtung: Zur Blutzuckermessung können der erste Blutstropfen ebenso wie der zweite verwendet werden.
6. Drücken und Quetschen der Gewebes (zB der Fingerbeere) vermeiden.
7. Nur frisches Kapillarblut als Probenmaterial einsetzen.

Arterielle Blutabnahme

Hier sollen noch Bilder und Text rein.